Seitenpfad:

Planungen für das Rennbahngelände mit dem dringenden Bedarf für bezahlbaren Wohnraum in Einklang bringen!

25.09.2025

Stellungnahme des Unterbezirks Stadt Bremen

„Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum mit guter sozialer Infrastruktur und Naherholung im Quartier ist eine der drängenden sozialen Fragen unserer Stadt.“, kommentiert die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Stadt Bremen Gesa Wessolowski-Müller, „Es wäre fatal, wenn wir die Planungen für das Rennbahngelände nicht mit dem drängenden Bedarf nach sozialen Wohnraum verbinden.“

Denn Bremen wächst: seit 2010 ist die Bevölkerung anders als in vielen anderen Regionen um 40.000 Personen von 547.000 auf 586.000 gewachsen. Gleichzeitig ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Familiengerechte Wohnungen, altersgerechte Wohnungen, Junges Wohnen, Wohnungen für Fachkräfte werden gebraucht. Darauf müssen wir mit einer lebendigen und einer sozial ausgewogenen Stadtentwicklungspolitik und mit der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum reagieren.

In diesem Zusammenhang ist die Debatte über eine Bebauung des Rennbahngeländes neu entflammt. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in unserer Stadt hat sie ihre Berechtigung. Und wir sind der Meinung, dass das Ergebnis des Volksentscheides und des anschließenden Beteiligungsverfahrens zur Weiterentwicklung des Geländes in die weitere Debatte einzubeziehen sind.

Die SPD hat sich seinerzeit für eine Bebauungsplanung eines Teilbereiches des Rennbahngeländes ausgesprochen, für die beim Volksentscheid in der Form keine Mehrheit gefunden werden konnte. Das respektieren wir. Gleichzeitig ist uns klar, dass wir uns der drängenden Frage nach bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum nicht verschließen können und wollen - auch vor dem Hintergrund, dass die Planungen für eine Nachnutzung der Fläche in ihrer bisherigen Form momentan nicht finanziell umsetzbar sind. Zudem kommen geplante Wohnungsbauprojekte in privater Hand wie auf dem ehemaligen Coca Cola / Könecke Gelände oder Am Sacksdamm / Alte Landwehr nicht voran. Deshalb stellen wir uns der Debatte über den Bedarf an zusätzlichem Wohnungsbedarf und dem Wunsch nach einer anspruchsvollen kulturellen, sozialen und ökologischen Nutzung des Geländes und wollen dies miteinander verbinden. Denn durch die geplante Renaturierung des Mittelkampfleets und die Anlage eines Klimawaldes auf dem ehemaligen Rennbahngelände entsteht hier erstmalig der Zugang zu einem ökologisch hochwertigen Naherholungsgebiet für die umliegenden Stadtteile. Es wäre fatal diese Chancen nicht zu nutzen.

Wir können uns daher grundsätzlich eine untergeordnete Bebauung des Rennbahngeländes zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum von Sozialwohnungen bis hin zu bezahlbaren Eigenheimen vorstellen, wenn folgende Rahmenbedingungen gewährleistet werden:  

  • eine untergeordnete Bebauung auf maximal einem Drittel der Fläche erfolgen soll, und diese städtebaulich möglichst in die bisherige Planung für das Gelände und das Umfeld integriert wird,
  • die durch einen Verkauf der Fläche eingenommenen Erlöse ausschließlich für die Entwicklung des restlichen Geländes einschließlich bedarfsgerechter Sport- und Freizeitflächen orientiert an den bisherigen Planungen verwendet werden,
  • kommunale Wohnungsbaugesellschaften eine verlässliche und bedarfsgerechte Wohnungsbebauung für Familien, Junges Wohnen und ältere Menschen sicherstellen,
  • der geplante Klimawald und die Renaturierung des Mittelkampfleets dauerhaft gesichert werden,
  • die „Draußenschule“ der Oberschule Hemelingen erhalten und verstetigt wird.

„Wir sehen in dieser Debatte die Chance, ein ökologisch hochwertiges Naherholungsgebiet mit der Schaffung dringend benötigtem zusätzlichem Wohnraum zu verbinden und damit angrenzende Stadtteile aufzuwerten, eine spannende Entwicklung anzustoßen und die im Beteiligungsprozess entwickelten Ideen zumindest dem Grund nach und in einem angemessenen Umfang zu realisieren.“, so die Vorsitzende Wessolowski-Müller.

Wir wollen die Frage welche Bebauung und welche Nutzung in welchem Umfang auf dem Gelände möglich ist in einem transparenten Prozess mit den Stadtteilen und der interessierten Stadtgesellschaft diskutieren und uns für diesen Prozess die notwendige Zeit nehmen. Eine finale Entscheidung über die konkreten Pläne wird erst in der nächsten Legislaturperiode getroffen werden können, in den nächsten zwei Jahren sehen wir die Notwendigkeit, die Zeit zu nutzen, um eine solche Entscheidung gründlich und partizipativ vorzubereiten.

Mehr dazu hier.